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Dachdecken - Entwicklung und Trends

Materialien fürs Dach

Häuser und ihre Dächer sind oftmals geformt aus natürlichen Materialien der Landschaft, in der sie stehen. Materialtransporte waren früher nicht so leicht zu bewältigen wie heute, deshalb behalf man sich beim Bauen mit Baustoffen, die in der nächsten Umgebung vorhanden waren. So entstanden in fast allen Regionen der Schweiz typische Bauten. Vor allem das Deckmaterial trug zur unverwechselbaren Vielfalt an Formen, Farben und Aussehen von Dächern bei. Steinplatten im Maggiatal, Schindeln im Entlebuch, Ziegel im Mittelland und Stroh im Aargau wurden früher verwendet, um Mensch und Tier vor Regen, Schnee, Wind, Hitze und Kälte zu schützen.

In unserer Gegend wurden bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Deckmaterial vor allem Ziegel, Schindeln und vereinzelt auch Naturschiefer verwendet. Mit zunehmender Industrialisierung suchte man nach besseren Bedachungsmaterialien. Allmählich wurden die handgemachten Biberschwanzziegel durch die Maschinenziegel abgelöst. Einfach- und Doppelfalzziegel eroberten sehr rasch einen grossen Marktanteil. Ab 1905 kam mit dem Eternitschiefer ein neues Produkt zur Anwendung. Später wurde aus dem Steildach-Dachdecker auch ein Flachdach-Dachdecker, der sich zunehmend mit Bitumen und Kunststoff befasst.

Verschiedenste Dachformen und Dachaufbauten

Die verschiedenen Materialien und Dachformen, die vielfältigen Arten der Dachaufbauten verlangen vom Dachdecker seit jeher hohes fachmännisches Können und grosses Geschick. Er musste auch vertraut sein mit den örtlichen klimatischen Bedingungen, und er musste wissen, wie sich Sturm und Wetter an den jeweiligen Standorten verhalten. Solange sich der Dachdecker mit dem Dach befasst, solange ist er auch der Fachmann für die Hausfassaden-Verkleidung. Allerdings kannte man ursprünglich lediglich die Schindelfassade und diejenige mit Naturschiefer. Holzhäuser in Blockbauweise wurden mit der Fassadenverkleidung (der heutige richtige Ausdruck lautet Fassadenverkleidung) gegen Fäulnis geschützt. Gleichzeitig erreichte man damit Wärmedämmung und Winddichte.

Starkes Energie- und Umweltbewusstein in der Baubranche

Wie fast überall entwickelte sich in neuerer Zeit auch in der Baubranche ein starkes Energie- und Umweltbewusstsein. Unterdach und Wärmedämmung bekamen einen hohen Stellenwert. Durch diese neuen bautechnischen Bereiche und durch die stets wandelnde Materialivielfalt hat sich das Berufsbild des Dachdeckers stark verändert. Trotzdem ist er der Dachdecker ein Handwerker im wahrsten Sinne des Wortes geblieben. Kein Wunder, wenn der Dachdecker ein ganz besonderer Berufsstolz hat.